Unsere Hunde

Rassen für den Herdenschutz

Bei unseren Mitgliedern fest im Einsatz

Französischer Pyrenäenberghund

Wie bei vielen anderen Herdenschutzrassen auch hat die Bezeichnung für ein Gebirge den dort eingesetzten Herdenschutzhunden ihren Namen gegeben.

Die Gesamterscheinung zeigt einen Hund von bedeutender Größe und majestätischer Haltung. Er ist stark gebaut und von kräftiger Struktur, besitzt aber eine gewisse Eleganz.

Durch das Zurückdrängen der großen Beutegreifer wie Luchs, Bär oder Wolf und den damit einhergehenden Veränderungen der Lebens-und Haltungsbedingungen hat sich diese Rasse in zwei sehr unterschiedliche Gruppen gespalten: die Arbeitshunde auf der einen und die Hunde der Schauzüchter und Familienhundzuchten auf der anderen Seite. Folglich ist eine entsprechend große Bandbreite bei den Wesenstypen dieser Hunde entstanden, die Aussagen über typische Merkmale erschweren.

Aktive Herdenschutzhunde französischer Zuchten besitzen eine sehr hohe Grundschärfe, die territoriale Bindung der Hunde und ihre Abneigung gegen fremde Menschen sind ebenfalls stark ausgeprägt. Pyrenäenberghunde aus Zuchten, die bereits seit vielen Generationen nicht mehr im Herdenschutzdienst eingesetzt werden, zeichnen sich durch eine reduzierte Aggressionsbereitschaft, unproblematisches Verhalten bei fremden Menschen und eine deutlich erhöhte Umgänglichkeit in allen Lebenssituationen aus. Einerlei wie hoch das Aggressionspotential ist, mit Artgenossen kommen beide Geschlechter offensichtlich gut aus.

Anhand von Äußerlichkeiten lassen sich Einteilungen in eine der beiden Gruppen nicht zuverlässig vornehmen. Arbeitszuchten bringen auch heute noch Hunde hervor, die ein anderes Erscheinungsbild aufweisen als sie die Standards der F.C.I. vorschreiben. Dieser Typ des Pyrenäenberghundes ist hochbeinig, schlank und geschmeidig, aber überaus kräftig, mit üppigen Muskeln versehen.

Viele dieser Hunde besitzen breite kräftige Schädel. In Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen kommen auch kurze Fellvarianten vor. Die Größe liegt bei einem Rüden zwischen 70 und 80cm Widerristhöhe und zwischen 65 und 70 cm bei Hündinnen; das Gewicht bei Rüden beträgt ungefähr 60 Kilogramm, bei Hündinnen sind realistischerweise etwa ein Zentner zu veranschlagen.

Das Temperament der Pyrenäenberghunde ist weder träge noch übermäßig lebhaft; sie vermitteln den Eindruck, gelassen und selbstsicher in sich zu ruhen. Selbständigkeit und Eigensinn dieser Hunde ragen noch immer über den Durchschnitt hinaus. In Situationen, in denen ein Pyrenäenberghund als Beschützer der ihm anvertrauten Weidetiere auftritt ist sein Verhalten im Vergleich zu anderen Herdenschutzrassen im guten Mittelfeld. Er ist durchaus in der Lage, dass Gefahrenpotential einer Situation zu differenzieren und verhindert so unangemessenes aggressives Verhalten, wobei eine massive Bedrohung auch von Menschen beim Eindringen in sein Territorium erfolgen kann, allerdings ist ein tatsächlicher Angriff ohne Vorwarnung mit Biss eher nicht zu erwarten.

Foto Galerie

Maremmano Abruzese

Die Entstehung des Rassenamens geht auch hier auf das Herkunftsgebiet der Hunde zurück: die Maremmen sind ein ehemals sumpfiger Küstenstreifen im westlichen Mittelitalien, die Abruzzen die höchste Gebirgsgruppe südöstlichen des Tibers.

Die Schafzucht in Mittelitalien war lange Zeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Während des ganzen Jahres wurden die Wanderschäfer von ihren großen weißen Herdenschutzhunden begleitet, die hungrige Beutegreifer und Diebe im Gebirge oder im Flachland auf Distanz hielten. Die Haltung des Maremmano Abruzzese war nie ausschließlich auf die Wanderschäfer beschränkt, auch reiche Gutsbesitzer hielten diese Hunde, um ihr Anwesen zu bewachen. So kann der Maremanno auf vier Traditionen zurückblicken: er wurde sowohl in Hoch-und Mittelgebirgen als auch in Ebenen als Herdenschutzhund gehalten und diente darüber hinaus in beiden Regionen als Hofhund und Territoriumswächter.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es auf großen Gutshöfen üblich, Maremmano Abruzzese in Gruppen bis zu 30 Tieren zu halten, sie waren weitgehend sich selbst überlassen und besaßen nur geringen Kontakt zu Menschen.

Die Hunde im südlichen Teil der Maremma waren zu dieser Zeit bereits größer und kräftiger als die Hofhunde im Norden. Dies ist damit erklärbar, dass im Süden Wanderhirten lebten, die im Rhythmus der Jahreszeiten zwischen Gebirgs-und Flachlandregionen hin und her pendelten. Diese Hunde hatten relativ häufigen Kontakt mit Wölfen der Region und wurden in natürlicher Weise auf Größe und Stärke selektiert. Sie teilen die Abneigung gegen alles Fremde und zeigen stetige Bereitschaft, aktiv Abwehrhandlungen vorzunehmen.

Wie auch beim Französische Pyrenäenberghund weisen Maemmano Abruzzese unterschiedliche Wesenseigenschaften auf, jenachdem ob die Tiere Arbeitszuchten oder Familienzuchten entstammen. Selbst bei Arbeitszuchten ist das Auftreten unter-schiedlicher Größen und Wesenstypen nicht erstaunlich, finden wir beim Maremmano Herdenschutzhundtypen und Hofhundtypen.

Beide Varianten haben aus ihrer Tradition heraus ihre Existenzberechtigung. Die Erscheinung des Maremmanos ist die eines mittelgroßen Herdenschutzhundes mit weißem Deckhaar. Der Großteil der Hunde besitzt eine sogenannte “Wechselnase“, die in Abhängigkeit von Klima, Jahreszeit und anderen Faktoren manchmal fleischfarben bis rötlich, gelegentlich aber auch schwarz erscheinen kann.

Er hat den Körper eines schweren Hundes, alle Körperpartien sind mit gut entwickelter Muskulatur besetzt. Die Widerristhöhe der Rüden liegt zwischen 65 und 73 cm bei Hündinnen zwischen 60 bis 68 cm, wobei diese Werte nur ein Anhaltspunkt sind und oftmals unter- wie auch überschritten werden. Für das Körpergewicht lassen sich ebenfalls nur Näherungswerte bestimmen, für Rüden etwa 40 kg, für Hündinnen rund 35 kg. Seine Funktion als Beschützer der Herden und Verteidiger seines Territoriums erfordert aufmerksames, mutiges und entschiedenes Handeln. Der Maremmano Abruzzese ist stolz und unabhängig, zeigt keine Neigung zur Unterwürfigkeit, verweigert seinem Herrn aber die Hingabe nicht.

 

 

 

Herdenschutzhunde 2.Auflage 2012, S.191-200, Thomas Achim Schoke

Man kann in die Tiere nichts hineinprügeln,
aber man kann manches aus ihnen herausstreicheln.

>> Astrid Lindgren <<

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